25 Jahre Schachfreunde Stöckerberg
1928
Der Anfang
Als die Nachwehen des ersten Weltkrieges überstanden waren,
dass deutsche Volk sich wieder zum friedlichen Alltag
zurückfand, begann im bergischen Land ein kultureller Aufstieg, der vor allem
die geistig regsamen Menschen sich zusammenfinden ließ um höhere Ansprüche an
das Leben zu stellen. Wie die Chronik beweist, fanden sich in diesen Jahren
an ver- schiedenen Ortsteilen der Klingenstadt Freunde des Schachspiels
zusammen um im geistigen Kampf die Kräfte zu messen. In der Gaststätte Carl
Mertens am Stöckerberg kamen der Kaufmann Karl Mohr,
Schuhmachermeister Karl Müller und der Gastwirt Carl Mertens auf
den Gedanken, einen Schachverein ins Leben zu rufen. Weitere Interessenten
wurden gewonnen und im Oktober 1928 hielt man dann die Zeit für gekommen um
einen Verein zu gründen. Die erste Mitgliederliste von November 1928 zeigt
folgende Namen: Hens, Rosengarten, Morschblech, Birkendahl Karl, Birkendahl
Erich, Kämper, Balke, Mertens Carl, Mertens Erich, Drexelius, Müller, Mohr,
Schütz, Krahforst, Beil, Herwedes und Zulauf.Mit dieser stattlichen
Zahl von Mitgliedern wurde sehr schnell die Spielstärke gehoben , zumal
sich Ernst Rosengarten und Karl Birkendahl außerdem Solingen 1911 anschlossen
um hier ihre theoretischen Kenntnisse zu erweitern und diese den immerhin noch
jungen Spielern des neugegründeten Vereins zu übermitteln. Jedenfalls konnte
der Verein nach kurzem Bestehen seine Lebensberechtigung unter Beweis stellen.
Schnell wuchs die Mitgliederzahl. Sehr fördernd
machte sich das gesellige Zusammenleben innerhalb des Vereins bemerkbar. Trotz
allem Ehrgeiz der Schachfreunde die Spielstärke zu steigern und durch
Breitenarbeit weiter zu fördern, spielte die Geselligkeit im Verein eine große
Rolle. Der Name „Brodwuschclub“ kam nicht von ungefähr und es waren nicht
wenige am Stöckerberg, die von der schachlichen Leistungsfähigkeit des Vereins
nicht viel hielten.
In den ersten Jahren des Aufbau innerhalb des Vereins, wo
es natürlich organisatorisch nicht immer reibungslos vonstatten ging, war das
Zusammengehörigkeitsgefühl ein wichtiger Faktor. Hier sei vor allem des
damaligen Vereinswirt Carl Mertens und seine Gattin „Tante Frieda“ gedacht, die
dem Verein jede erdenkliche Hilfe der zuteil werden ließen. Im Hause Mertens
wurde ohne Zweifel der Grundstein für die heutige Stärke der Schachfreunde
Stöckerberg gelegt. Unvergesslich schöne Stunden waren es, die den heute noch
lebenden Schachfreunden freudig in Erinnerung geblieben sind.
Am 1. Januar 1932 trat der Verein dem Rhein. – Westf.
Schachverband bei. Jetzt begann auch der Spielverkehr mit benachbarten
Schachvereinen. 1933 bekam Stöckerberg weiteren Zuwachs und konnte seine
Kräfte mit starken Mannschaften messen.
Am
26 November 1933 feierte der Verein sein fünfjähriges Bestehen im größeren
Rahmen. Ein Mannschaftsturnier wurde ausgetragen, zu dem starke
Mannschaften ihre Meldung abgaben. Der Solinger Schachklub 1911 konnte als
erster Sieger einen Silberpokal erringen, während die Ohligser
Schachgesellschaft 1915 eine hübsche Erinnerungs- Plakette als zweiter
bekam. Inzwischen hatte der Vorstand ein anderes Gesicht bekommen. Unter
der zielstrebigen Leitung des 1. Vorsitzenden Fritz Beil, dem Emil
Morsblech, Karl Birkendahl, Ernst Rosengarten, Erwin Herwedes und Alfred
Zulauf zur Seite standen, verfügten die Schachfreunde Stöckerberg über
einen gesunden Stamm. Auch als im Jahre 1935 eine Spaltung eine kleine
Krise heraufbeschwor, blieb der Verein in seinem Fundament fest. Die Neu-
gründung Schwarz
- Weiß Solingen
zerfiel sehr schnell wieder und alle abgesplitterten Schachfreunde
kehrten zurück. Da Vereinswirt Mertens den Wirtschaftsbetrieb einstellte,
war der Verein gezwungen, sich ein neues Heim zu suchen.
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Alfred Zulauf
Ehrenmitglied
des
Schachbezirks
Bergisch - Land
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Einige
Jahre wurde bei Quabeck (heute Wäscherei Morsbach) gespielt. Im Jahre
1938 siedelte dann der Verein zu Manfred Dick über, wo er eine
bleibende Stätte fand. Das 10jährige Stiftungsfest wurde ebenfalls groß
aufgezogen. Diesmal wurde ein Einladungsturnier veranstaltet, welches Max
Brunhöhler (W.-Cronenberg ) als Sieger sah. Gutes Einvernehmen bestand in
all den Jahren mit allen Solinger Vereinen, den Schachfreunden Vonkeln und
besonders Radevormwald. Es gehörte zum Jahresprogramm, dass ein
Familienausflug nach Radevormwald gemacht wurde.
Im
letzten Kriege musste vorübergehend das Spiellokal gewechselt werden, da
auch unser Vereinswirt wie viele unserer Schachfreunde, eingezogen wurde.
Bei Hermann Schmidt im „Bürgerstübchen“ war der Verein, wenn auch
etwas eng, aber gut aufgehoben.
Erst
1947 wurde der Spielbetrieb bei Manfred Dick wieder stärker und nach und
nach fanden sich alle wieder ein. Im Spätherbst 1948 wurde anlässlich
des 20jährigen Bestehen ein Einladungsturnier nach K.O.-System durchgeführt.
Erster Sieger wurde Laudes vor Flocke (beide 1911 ). Aber in diesen Jahren
waren andere Schwierigkeiten zu bewältigen. Durch die Brennstoffknappheit
drohte der Spielbetrieb zum Erliegen zu kommen. Da fanden sich einige
Schachfreunde, unter ihnen auch unser Vereinswirt Manfred Dick, die bei
Schnee und Eis in den Bergen am Wupperhof Bäume fällten, um damit den
Spielraum zu heizen. Gerade in diesen Jahren bewies der Verein durch sein
Zusammengehörigkeitsgefühl sein Existenzberechtigung.
Im
Dezember 1950 wurde versuchsweise eine Spielgemeinschaft mit dem Walder SV
eingegangen um höhere ziele zu erreichen. Das Eigenleben der beiden
Vereine wurde dabei nicht angetastet. Allerdings war diese Vereinigung nur
von kurzer Dauer, da augenscheinlich durch den Zusammenfluss die Spielstärke
nicht gefördert wurde.
Im
Jubiläumsjahr konnte der verein auf besonders schöne Erfolge zurückblicken.
Die erste Mannschaft wurde ohne Verlustpunkt Meister der zweiten
Bezirksklasse und schaffte damit den Aufstieg in die erste Bezirksklasse.
Die zweite Mannschaft wurde meister der A-Klasse, Gruppe Solingen. Im
Kampf um den Aufstieg unterlag die Mannschaft dann im Entscheidungskampf
gegen Elberfeld III.
Unser
talentierter Nachwuchsspieler Günter Gallert errang im
Hauptturnier der diesjährigen Stadtmeisterschaft totes Rennen mit Böhnke,
so dass Gallert in die Meisterklasse aufstieg.
Zum
Abschluss noch die verdienstvollen Schachfreunde, die den Vorsitz führten:
Von Gründungsjahr bis 1931 Rudolf Kämper. Von 1931 bis Januar
1935 Fritz Beil, der anschließend zum Ehrenvorsitzenden ernannt
wurde. Von 1635 bis Februar 1941 Karl Birkendahl. Da letzterer
eingezogen wurde, übernahm Erwin Herwdes für zwei Jahre die Führung
des Vereins. Ab 1943 schwingt im Verein nun Alfred Zulauf das
Zepter am Stöckerberg. Seine Verdienste im Verein und für das bergische
Schach fanden Anerkennung und er wurde zum
Ehrenmitglied des Schachbezirks Bergisch Land ernannt.
Vergessen
sei auch nicht Fritz Krahforst, der als einziges Ehrenmitglied des
Vereins, trotz seiner 64 Jahren, noch immer aktiv zur Stange hält und
sich auch diesmal wieder um das Zustandekommen des 25jährigen
Stiftungsfestes große Verdienste
erworben hat.
Heute
zählt der Verein über 40 Mitglieder. Sicher ein untrüglicher Beweis,
dass die Arbeit „am Berg“ richtungsweisend ist und vor allen Dingen
die Leitung unter der bewährten Führung von Alfred Zulauf es versteht,
dass Zusammenge- hörigkeitsgefühl innerhalb des Vereins zu fördern.
Denn nicht umsonst sagt unser unvergesslicher Ehrenvorsitzender Fritz Beil
in seinem Lied, welches er den Schachfreunden Stöckerberg widmete:
Schachfreunde Stöckerberg sind wir genannt
und stolz sind wir
auf unser Freundschaftsabend.
R. K.
Neuverfassung:
Dirk Düxmann
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